Obwohl das neue Update nicht allzu viele Neuerungen gebracht hat, gibt es bei Mozilla Thunderbird doch einige Neuigkeiten. Das liegt daran, dass man große Neuerungen für die Zukunft angekündigt hat. Man will über sich hinauswachsen. Der Mail-Client möchte in Zukunft auch einen Online-Dienst anbieten, der viele Funktionen beinhalten soll und auch kostenpflichtig sein wird. Neben einem Planungstool mit Kalender und einem Filesharing-Dienst wird es auch einen KI-Assistent geben. Außerdem plant man mit Thundermail einen eigenen E-Mail-Dienst.
Langfristig will man ein Ökosystem schaffen, das Open-Source ist, aber es mit Microsoft 365 und Gmail aufnehmen kann. Auch wenn Dienste kostenpflichtig angeboten werden, will man in Zukunft Angebote einführen, die frei genutzt werden können. Alles zu diesen Plänen und dem Update auf Version 137.0 gibt es im Folgenden zu erfahren.
Kleinere Änderungen für Version 137
Anfang April bekam der E-Mail-Client Thunderbird das Update auf die neue Version 137.0 spendiert. Die ganz großen Änderungen sind ausgeblieben, doch unterm Strich wurden sinnvolle Änderungen eingeführt und Fehler behoben. Genutzt werden kann die neue Thunderbird Version ab Linux GTK+ 3.14. Beim Speichern von Mail-Ordnern werden ab jetzt Dateinamen unter Windows verwendet. Unter Linux wurde das Systemtray-Symbol vorerst deaktiviert, was mit der Funktionsfähigkeit rückgängig gemacht werden wird. Es wurden Sicherheits- und Leistungsverbesserungen durchgeführt und zudem Fehler im Zusammenhang mit der Ordnerreparatur, dem RSS-Feed, der Suchfunktion, Benachrichtigungen und den Nachrichtenlisten behoben.
Thunderbird will Pro-Dienst einführen
Während das Update übersichtlich bleibt, schlägt die Ankündigung der Mozilla Foundation deutlich höhere Wellen. Man plant ein eigenes Ökosystem aufzubauen, das neben dem bisherigen Client-Programm auch Online-Dienste umfassen soll. Dabei sollen alle Angebote weiterhin Open Source sein und ein entsprechendes Gegengewicht zu Microsoft 365 und Gmail bilden. Allerdings sollen die Dienste auch Geld kosten, um das ganze Vorhaben überhaupt finanzieren zu können. Zu Anfang sollen aktive Community-Mitglieder noch kostenlosen Zugang erhalten. Langfristig soll es sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige Dienste geben.
Zu den geplanten Diensten wird Thundermail gehören, ein eigener E-Mail-Dienst, der auf dem Software-Stack „Stalwart“ basieren soll. In dem Dienst wird es eine Kalenderfunktion geben. Die entsprechenden Domains werden thundermail.com und tb.pro sein. Außerdem wird Thunderbird Appointment weiter ausgebaut. Dabei handelt es sich um ein Werkzeug für Termine und Planungen. Thunderbird Send kann genutzt werden, um größere Dateien zu senden. Schon früher hat es „Firefox Send“ gegeben. Interessant ist zudem, dass man einen eigenen KI-Assistenten plant, der auf Flower AI basieren soll. Um die intensiven Ressourcen der Berechnung zu gewährleisten, will man Nvidias Confidential Compute nutzen.
Fazit zu Thunderbird Update 137
Mit dem Update 137 wurden Verbesserungen für die Sicherheit und Leistung durchgeführt, außerdem einige Fehler behoben. Darüber hinaus scheint sich ein Wendepunkt in der Geschichte von Thunderbird anzubahnen. Seit 2003 ist man hauptsächlich ein E-Mail-Client. In Zukunft möchte man aber ein Ökosystem ähnlich zu Microsoft und Google aufbauen, in dem Nutzer den eigenen E-Mail-Dienst und viele weitere Funktionen nutzen können. Neben einer Kalender- und Planungsfunktion wird es auch einen eigenen KI-Assistenten geben. Langfristig soll es kostenpflichtige Angebote geben, aber auch abgespeckte Varianten, die kostenfrei genutzt werden können.