Ab dem 18. März wird es erste Tests zu den neuen Community Notes geben. Diese sollen in Zukunft die vorherigen Faktenchecks ablösen, von denen sich Facebook zumindest in den USA verabschieden wird. Wie es für Europa weitergeht, steht derzeit noch nicht fest, doch für Facebook in den USA befürchten Kritiker, dass in Zukunft noch mehr Fake News zu sehen sein werden.
Zuvor gab es die Verifikation, in Zukunft sollen Nutzer falsche Inhalte kennzeichnen können. Dafür haben sich auch schon viele Freiwillige gemeldet, nur ist die Frage, ob dieses System wirklich funktionieren wird. Wie sich zeigt, sollen diese Checks auch nur für organische Inhalte gelten. Bezahlte Inhalte sind davon also ausgenommen, was viele Fragen aufwirft. Mehr dazu in diesem Artikel.
Keine Faktenchecks mehr in den USA
Beobachter sehen diesen Schritt als deutliches Einknicken vor den konservativen Kräften in den USA, die eine Lockerung der Regeln auf Facebook gefordert und das mit der Redefreiheit begründet haben. X (ehemals Twitter) hat es bereits vorgemacht, ab 18. März wird es einen ersten Testlauf bei Facebook geben, bei dem die Community Notes genutzt werden. Das bedeutet, dass die Arbeit mit Faktencheck-Redaktionen eingestellt werden, außerdem werden auch die Regeln für Hassreden gelockert. Community Notes sollen jetzt regulierend wirken, um falsche Inhalte zu markieren. Das soll von den Benutzern selbst ausgehen.
Experten sehen in den Community Notes zwar eine Möglichkeit zur Regulierung, allerdings können diese nur als Ergänzung zu professionellen Faktenchecks sinnvoll sein. Vor allem bei politisch aufgeladenen Themen wäre das sehr wichtig. Mark Zuckerberg, Gründer von Facebook und CEO von Meta, begründet den Schritt damit, dass die Faktenchecker zu politisch gewesen wären und damit massiv Vertrauen zerstört hätten. Das wird von Seiten der kooperierenden Faktencheckern zurückgewiesen.
Es wird befürchtet, dass jetzt Tür und Tor für Desinformationen geöffnet werden, was vor allem in Krisenzeiten verstärkt auftritt. Fake News sind eine große Gefahr, haben sich aber in den letzten Jahren immer schneller verbreitet. Insgesamt könnte das zu weniger verifizierten Inhalten insgesamt sorgen, zumal Werbekunden nicht von den Community Notes betroffen sind.
Faktenchecks in Deutschland und Europa
Für Deutschland und die EU sind bisher keine Änderungen bekannt gegeben worden, allerdings herrschen in der EU ohnehin strengere Regeln und es wurde bereits davor gewarnt, dass Meta mit Strafen belegt werden kann, wenn der Digital Services Act nicht eingehalten wird.
Bisher arbeitet Facebook in Europa mit dem International Fact-Checking Network und dem European Fact-Checking Standards Network zusammen. Deren Aufgabe besteht darin, Fehlinformationen zu erkennen, sie zu überprüfen und gegebenenfalls Maßnahmen einzuleiten. Damit soll verhindert werden, dass Falschinformationen verbreitet werden können.
Fazit zu den Community Notes bei Facebook
Während in Europa vorerst alles beim Alten bleibt, wird ab Mitte März der professionelle Faktencheck bei Facebook in den USA abgeschafft. Dieser funktionierte mit kooperierenden Faktencheckern und soll jetzt durch Community Notes ersetzt werden. Dabei obliegt es den Nutzern selbst, Falschinformationen zu kennzeichnen. Auch sollen die Regeln für Hassreden aufgelockert werden. Kritiker sehen darin nicht nur ein Einknicken vor der Politik von Donald Trump, sondern auch eine Gefahr, dass in Zukunft noch mehr Falschinformationen und Fake News verbreitet werden. Wie die Auswirkungen tatsächlich aussehen werden, bleibt allerdings noch abzuwarten. Zunächst wird es eine Testphase geben.